FAQ | Wie gründe ich ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ)?

Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sind Formen der gemeinschaftlichen medizinischen Leistungserbringung. Sie bieten die Möglichkeit der Flexibilisierung von Arbeitsplätzen im Bereich der medizinischen Leistungserbringung.  MVZ zeichnen sich insbesondere durch eine organisatorische Trennung der Inhaberschaft von der ärztlichen Behandlungstätigkeit aus.

Im Jahre 2004 hat der Gesetzgeber mit dem medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) einen neuen Typus von Leistungserbringer in der ambulanten Versorgung eingeführt. Die gesetzlichen Regelungen zu MVZ wurden in der Folgezeit mehrmals geändert. 

MVZ leisten mittlerweile einen wesentlichen und unverzichtbaren Beitrag zur ambulanten vertragsärztlichen Versorgung. Ende 2018 waren über 3.000 ärztliche MVZ zugelassen.

Bei der Gründung eines MVZ oder der Überführung der eigenen Praxis in ein MVZ gibt es viele Fallstricke, deren Lösung fundiertes Wissen und Erfahrung erfordert.

Das sollten Sie bei einer MVZ - Gründung beachten:

Wie gründe ich ein medizinisches Versorgungszentrum?

Sie brauchen eine Gründungsberechtigung und müssen eine zulässige Gesellschaftsform wählen. Sie benötigen mindestens zwei halbe Vertragsarztsitze und müssen einen ärztlichen Leiter bestimmen. Die beteiligten Ärzte müssen im Arztregister einer Kassenärztlichen Vereinigung eingetragen sein. Das medizinische Versorgungszentrum muss dann durch den Zulassungsausschuss zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassen werden.

 

Wer hat eine Gründungsberechtigung für ein medizinisches Versorgungszentrum?

Die Gründungsberechtigung haben:

  • zugelassenen Ärzten (Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten),
  • zugelassenen Krankenhäusern,
  • Erbringern nichtärztlicher Dialyseleistungen nach § 126 Abs. 3 SGB V,
  • gemeinnützigen Trägern, die aufgrund von Zulassung oder Ermächtigung an der vertragsärztlichen Versorgung der gesetzlichen Krankenversicherung teilnehmen oder
  • Kommunen gemäß § 95 Abs. 1a SGB V.

Brauche ich verschiedene Fachgruppen zur Gründung eines medizinischen Versorgungszentrum?

MVZ mussten bis zum Inkrafttreten des GKV-VSG eine fachübergreifende Kompetenz in der vertragsärztlichen Versorgung enthalten. Seit 2015 ist dieses Erfordernis nicht mehr notwendig, mithin sind zum Beispiel auch facharztgruppengleiche MVZ möglich.

Was ist eine zulässige Gesellschaftsform zur Gründung eines medizinischen Versorgungszentrums?

Das MVZ kann sich der im Gesetz genannten Rechtsformen bedienen:

    • Gesellschaft bürgerlichen Rechts, §§ 705 ff BGB,
    • Partnerschaftsgesellschaft nach dem Partnerschaftsgesellschaftsgesetz,
    • Eingetragene Genossenschaft nach dem Genossenschaftsgesetz oder
    • eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH).

Wie viele Arztsitze brauche ich zur Gründung eines medizinischen Versorgungszentrums?

Bedingung für die Gründung eines MVZ sind nach der aktuellen Spruchpraxis der Zulassungsausschüsse mindestens zwei halbe Sitze.

Das bedeutet, dass Sie mit einer vollen Arztstelle und einer weiteren Viertel-Arztstelle kein MVZ gründen und betreiben können.

Jedoch sind eine volle Arztstelle und eine halbe Arztstelle oder auch zwei halbe Arztstellen ausreichend.

Ausweislich eines durch das Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegebenen Gutachtens soll sich dies wahrscheinlich ändern. Das Gutachten schlägt die Einführung einer gesetzlichen Mindestgröße von MVZ im Umfang von mindestens drei vollen Versorgungsaufträgen, um eine „stärkere Konturierung des Leistungserbringertyps MVZ durch Einführung einer Mindestgröße“ vor. 

Es wird vorgeschlagen, den § 95 Abs. 1 Satz 2 SGB V daher wie folgt neu zu fassen:

„... Medizinische Versorgungszentren sind ärztlich geleitete Einrichtungen, die über mindestens drei volle Versorgungsaufträge verfügen und in denen Ärzte, die in das Arztregister nach Absatz 2 Satz 3 eingetragen sind, als Angestellte oder Vertragsärzte tätig sind; in Gebieten, in den nach Feststellung der Landesausschüsse der Ärzte und Krankenkassen eine ärztliche Unterversorgung eingetreten ist oder droht (§ 100 Absatz 1 Satz 1) oder in denen ein zusätzlicher lokaler Versorgungsbedarf besteht (§ 100 Absatz 3), sind zwei volle Versorgungsaufträge ausreichend.“

Wer kann ein medizinisches Versorgungszentrum leiten?

Das MVZ muss ärztlich geleitet sein, um die ärztliche Weisungsabhängigkeit (§ 2 Abs. 4 MBO-Ä) sicherzustellen. Der ärztliche Leiter ist in erster Linie für:

  • die Einhaltung der ordnungsgemäßen Behandlungsabläufe,
  • den organisatorischen Einsatz der Ärzte,
  • die Einhaltung und Überprüfung der vertragsärztlichen Pflichten auch der angestellten Ärzte,
  • die Sicherstellung der Nichteinflussnahme Dritter in die ärztliche Behandlung
  • die Vertretung von abwesenden Ärzten gemäß den rechtlichen Bedingungen

zuständig.

Eine ärztliche Behandlungstätigkeit und eine Verantwortung für jede therapeutische oder diagnostische Maßnahme im konkreten Behandlungsfall hierfür sind damit nicht verbunden.

  1. Wer kann ein medizinisches Versorgungszentrum leiten?

Das MVZ muss ärztlich geleitet sein, um die ärztliche Weisungsabhängigkeit (§ 2 Abs. 4 MBO-Ä) sicherzustellen. Der ärztliche Leiter ist in erster Linie für:

  • die Einhaltung der ordnungsgemäßen Behandlungsabläufe,
  • den organisatorischen Einsatz der Ärzte,
  • die Einhaltung und Überprüfung der vertragsärztlichen Pflichten auch der angestellten Ärzte,
  • die Sicherstellung der Nichteinflussnahme Dritter in die ärztliche Behandlung
  • die Vertretung von abwesenden Ärzten gemäß den rechtlichen Bedingungen

zuständig.

Eine ärztliche Behandlungstätigkeit und eine Verantwortung für jede therapeutische oder diagnostische Maßnahme im konkreten Behandlungsfall hierfür sind damit nicht verbunden.

Wer darf in einem medizinischen Versorgungszentrum arbeiten?

In einem MVZ können angestellte und/oder zugelassene Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten tätig sein, die im Arztregister einer Kassenärztlichen Vereinigung eingetragen sind, vgl. § 95 Abs. 1 Satz 2 SGB V.

Was brauche ich zur Zulassung eines medizinischen Versorgungszentrums?

MVZ sind durch den Zulassungsausschuss zur vertragsärztlichen Versorgung zuzulassen, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Nachweis der Gründungsfähigkeit,
  • ärztliche Leitung,
  • vertragsärztliche Tätigkeit,
  • das Bedarfsplanungsrecht darf nicht entgegenstehen, es müssen also freie Arztsitze, für die im MVZ vorgesehene Fachrichtung bedarfsplanerisch zur Verfügung stehen, sowie
  • bei einer juristischen Person, auch die Vorlage einer selbstschuldnerischen Bürgschaft.

 

 

Wir freuen uns über Ihren Kontakt

Wir sind jederzeit gerne für Sie erreichbar. Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit und wir rufen Sie schnellstmöglich zurück.

KMW Lieben-Obholzer

Informationen

Kurfürstendamm 216, 10719 Berlin

Glienicker Str. 6c, 13467 Berlin